Cannabis im Gewächshaus anbauen

Cannabispflanzen in einem hellen Gewächshaus mit natürlichem Tageslicht

Ein Gewächshaus verbindet die Vorteile des Outdoor-Anbaus mit einem geschützten Standort. Deine Cannabispflanzen nutzen natürliches Sonnenlicht, sind aber besser vor Regen, Wind und Kälte geschützt. Dadurch lässt sich die Anbausaison verlängern und die Sortenauswahl erweitern: Neben klassischen Outdoor-Sorten kommen auch ausgewählte Cannabissorten infrage, die normalerweise eher für den Indoor-Grow vorgesehen sind.

Entscheidend ist das richtige Gewächshausklima. Besonders im Sommer können sich Hitze und Feuchtigkeit stauen. Eine gute Belüftung und geeignete Sorten schaffen die Grundlage für gesunde Pflanzen.

Vorteile und Nachteile des Gewächshausanbaus

Der größte Vorteil liegt im Schutz vor der Witterung. Gleichzeitig nutzt du kostenloses Sonnenlicht und kannst die Anbaubedingungen besser beeinflussen.

  • Schutz vor Regen, Wind und Hagel
  • Wärmeres Klima und längere Anbausaison
  • Erweiterte Sortenauswahl mit Outdoor- und ausgewählten Indoor-Sorten
  • Natürliches Sonnenlicht ohne Growlampen
  • Mehr Kontrolle über Bewässerung und Pflege

Dem stehen Anschaffungskosten und ein zusätzlicher Aufwand für die Klimakontrolle gegenüber. Besonders Hitzestau und hohe Luftfeuchtigkeit können zum Problem werden.

Gewächshaus, Standort und Ausstattung

Für den Cannabisanbau eignen sich Gewächshäuser aus Glas, Polycarbonat oder Folie. Glas bietet eine hohe Lichtdurchlässigkeit, Polycarbonat ist leicht und bruchfest, während Foliengewächshäuser meist preisgünstiger sind.

Wichtiger als das Material sind ein sonniger Standort, ausreichend Höhe und großzügige Lüftungsöffnungen. Dachfenster und gegenüberliegende Türen oder Seitenfenster erleichtern den Luftaustausch. Automatische Fensteröffner sind eine praktische Ergänzung.

Plane außerdem genügend Abstand zwischen den Pflanzen und zum Dach ein. So haben die Pflanzen ausreichend Platz und die Luft kann besser zirkulieren.

Anbau in Töpfen oder direkt im Boden

Im Gewächshaus kannst du Cannabis in Pflanzgefäßen oder direkt im Gartenboden kultivieren. Töpfe ermöglichen mehr Kontrolle über Substrat und Nährstoffversorgung. Außerdem lassen sich die Pflanzen bei Bedarf umstellen.

Der direkte Bodenanbau bietet mehr Wurzelraum und kann Feuchtigkeit sowie Temperaturschwankungen besser ausgleichen. Voraussetzung ist ein lockerer, gut durchlässiger Boden ohne Staunässe.

Bei beiden Varianten ist das richtige Anbaumedium entscheidend. Die Unterschiede erklären wir im Artikel Cannabis-Substrate: Erde, Kokos und Hydro.

Geeignete Cannabissorten

Im Gewächshaus kommen sowohl feminisierte, photoperiodische als auch Autoflowering-Sorten infrage. Besonders in Mitteleuropa sind Sorten mit kurzer bis durchschnittlicher Blütezeit vorteilhaft, da sie ihre Reife möglichst vor den feuchten und kühlen Herbstwochen erreichen sollten.

Kompakte bis mittelgroße Pflanzen lassen sich in Hobbygewächshäusern meist leichter unterbringen als stark hochwachsende Sorten.

Neben klassischen Outdoor-Sorten eignen sich auch ausgewählte Indoor-Genetiken, wenn ihre Anforderungen zu den tatsächlichen Temperaturen und zur verfügbaren Saison passen.

Sativa-dominante Sorten können teilweise lockerere Blüten entwickeln, sind dadurch aber nicht grundsätzlich schimmelresistenter. Wichtiger sind die Eigenschaften der jeweiligen Sorte, insbesondere Blütezeit, Wuchsform und Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzerkrankungen.

Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung

Das Gewächshausklima ist der wichtigste Unterschied zum Outdoor-Anbau. Bei intensiver Sonneneinstrahlung können die Temperaturen schnell steigen. Deshalb sind großzügige Lüftungsöffnungen unverzichtbar. Bei starker Hitze kann zusätzlich eine Schattierung sinnvoll sein.

Auch die Luftfeuchtigkeit verdient Aufmerksamkeit. Während die Pflanzen tagsüber Wasser verdunsten, steigt nachts durch die Abkühlung die relative Luftfeuchtigkeit. Dabei kann sich Kondenswasser bilden, das Pilzerkrankungen begünstigt.

Regelmäßiges Lüften, ausreichend Pflanzabstand und bei Bedarf Ventilatoren helfen, stehende und feuchte Luft zu vermeiden. Besonders während der Blüte sollte sich keine dauerhafte Feuchtigkeit zwischen den Blüten ansammeln.

Ein Thermo-Hygrometer mit Speicherfunktion hilft dir, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu überwachen. Besonders praktisch sind Geräte, die Höchst- und Tiefstwerte speichern. So erkennst du auch starke Schwankungen während der Nacht.

Bewässerung, Pflege und Schädlingsschutz

Der Wasserbedarf hängt von Pflanzengröße, Substrat und Temperatur ab. An heißen Tagen trocknen Pflanzgefäße besonders schnell aus. Gieße daher nach Bedarf und vermeide sowohl Staunässe als auch längere Trockenheit.

Bei der Nährstoffversorgung unterscheiden sich die Anforderungen kaum vom übrigen Cannabisanbau. Wichtig sind eine ausgewogene Versorgung und die Anpassung an die jeweilige Wachstumsphase.

Im Gewächshaus können außerdem Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen auftreten. Kontrolliere regelmäßig Blattunterseiten und Triebe.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Pilzerkrankungen. Botrytis (Blütenfäule) zeigt sich häufig durch braune, welkende Blütenbereiche und grauen Pilzbelag. Echter Mehltau ist dagegen meist an einem weißlichen, puderartigen Belag auf Blättern und anderen Pflanzenteilen erkennbar.

Eine gute Luftzirkulation, ausreichende Pflanzabstände und regelmäßige Kontrollen helfen, Erkrankungen vorzubeugen. Befallenes Pflanzenmaterial sollte frühzeitig und vorsichtig entfernt werden.

Anbausaison und Erntezeit

Das geschützte Klima ermöglicht unter günstigen Bedingungen einen früheren Saisonstart und eine spätere Ernte als beim ungeschützten Outdoor-Anbau. Ein unbeheiztes Gewächshaus bietet allerdings keinen vollständigen Frostschutz.

Bei photoperiodischen Sorten bestimmt weiterhin die Tageslänge den Blühbeginn. Autoflowering-Sorten blühen dagegen unabhängig davon und ermöglichen eine flexiblere Anbauplanung.

Die Ernte richtet sich nach der tatsächlichen Blütenreife und den jeweiligen Sorteneigenschaften.

Fazit

Der Gewächshausanbau verbindet natürliches Sonnenlicht mit besserem Wetterschutz und erweitert die Auswahl geeigneter Cannabissorten. Besonders vorteilhaft sind die längere Anbausaison und die Möglichkeit, auch ausgewählte Indoor-Sorten zu kultivieren. Entscheidend sind ein sonniger Standort, passende Sorten und eine zuverlässige Belüftung, damit Hitze, Feuchtigkeit und Schimmel nicht zum Problem werden.

Quellen