Cannabis-Wachstumsphase: So wächst deine Pflanze

Cannabispflanze in der Wachstumsphase unter LED-Licht

Nach der Sämlingsphase beginnt deine Cannabispflanze deutlich schneller zu wachsen. Sie bildet neue Blätter und Seitentriebe, der Stamm wird kräftiger und auch die Wurzeln breiten sich weiter aus.

In dieser Wachstumsphase, auch vegetative Phase genannt, schafft die Pflanze die Grundlage für die spätere Blüte. Damit sie sich kräftig entwickelt, müssen vor allem Licht, Wasser, Nährstoffe, Wurzelraum und Klima stimmen.

Was passiert in der Wachstumsphase?

Während der Wachstumsphase baut die Pflanze Schritt für Schritt ihre spätere Größe und Form auf.

Sie bildet neue Blätter und Seitentriebe, der Stamm wird dicker und die Wurzeln wachsen weiter durch das Substrat. Dadurch kann die Pflanze zunehmend mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen.

Mit mehr Blattfläche kann sie außerdem mehr Licht für die Photosynthese nutzen und entsprechend kräftiger wachsen.

Wie schnell sich deine Pflanze entwickelt, hängt unter anderem von ihrer Genetik, dem verfügbaren Wurzelraum, der Lichtmenge und weiteren Wachstumsbedingungen ab.

Gesundes Wachstum bedeutet deshalb nicht einfach nur, dass die Pflanze möglichst schnell in die Höhe wächst. Auch Seitentriebe, Stamm und Wurzeln sollten sich kräftig entwickeln.

Wie lange dauert die Wachstumsphase?

Vor allem die Genetik und die zugrunde liegenden Umweltbedingungen entscheiden darüber, wie lange Cannabis vegetativ wächst.

Besonders wichtig ist dabei der Unterschied zwischen photoperiodischen Pflanzen und Autoflowers.

Photoperiodische Pflanzen

Photoperiodische Cannabispflanzen reagieren auf die Länge von Tag und Nacht.

Indoor wird während der Wachstumsphase in der Regel mit 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6) gearbeitet. Solange dieser Lichtzyklus beibehalten wird, wächst die Pflanze weiter, ohne regulär in die Blüte überzugehen.

Dadurch kannst du Indoor weitgehend selbst bestimmen, wie lange deine Pflanze wachsen soll.

Wie lange das sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab:

  • wie viel Platz du hast,
  • wie groß die Pflanze bereits ist,
  • wie stark die Genetik später noch wächst,
  • und welche Wuchshöhe und -breite du erzielen möchtest.

Indica-dominante Genetiken wachsen häufig kompakter und buschiger. Sativadominante Pflanzen werden dagegen oft höher und bilden größere Abstände zwischen den einzelnen Blattansätzen.

Bei modernen Hybriden sind diese Unterschiede allerdings nur eine grobe Orientierung. Die tatsächliche Wuchsform kann von Sorte zu Sorte deutlich variieren.

Autoflowering Cannabis

Autoflowers beginnen nach einigen Wochen von selbst mit der Blüte. Eine Umstellung auf einen 12/12-Lichtzyklus ist dafür nicht notwendig.

Indoor werden Autoflowers häufig mit 20 Stunden Licht und 4 Stunden Dunkelheit (20/4) angebaut. Auch 18/6 ist möglich.

Da Autoflowers vergleichsweise früh in die Blüte wechseln, bleibt weniger Zeit für die Wachstumsphase. Wenn das Wachstum in den ersten Wochen stark gebremst wird, kann die Pflanze diesen Rückstand später oft nur noch begrenzt aufholen.

Wachstumsphase Indoor und Outdoor

Indoor hast du bei photoperiodischen Pflanzen viel Kontrolle über die Dauer der Wachstumsphase.

Solange du einen langen Lichtzyklus wie 18/6 beibehältst, wächst die Pflanze weiter. Erst eine deutliche Reduzierung der täglichen Lichtdauer leitet die Blüte ein.

Outdoor bestimmt dagegen die natürliche Tageslänge den Ablauf.

Nach der Sommersonnenwende werden die Tage langsam wieder kürzer. Je nach Genetik beginnt die Pflanze dann im weiteren Verlauf des Sommers mit der Blütenbildung.

Je früher eine Pflanze im Jahr nach draußen kommt, desto länger kann sie wachsen und desto größer kann sie werden.

Was braucht Cannabis für gesundes Wachstum?

Einige Faktoren haben besonders großen Einfluss darauf, wie kräftig sich deine Pflanze entwickelt.

Licht

Cannabis braucht in der Wachstumsphase ausreichend Licht. Nur dann kann die Pflanze kräftige Triebe und eine stabile Struktur entwickeln.

Neben der Beleuchtungsdauer spielen auch die Stärke des Lichts, der Abstand zur Lampe und eine gleichmäßige Ausleuchtung eine Rolle.

Wächst eine Pflanze sehr dünn und ungewöhnlich stark in die Höhe, während die Abstände zwischen den Blattansätzen immer größer werden, solltest du unter anderem die Beleuchtung überprüfen.

Wasser

Mit zunehmender Größe steigt normalerweise auch der Wasserbedarf.

Das bedeutet aber nicht, dass du automatisch häufiger gießen solltest. Entscheidend ist, wie schnell das Substrat tatsächlich trocknet.

Eine kleine Pflanze in einem großen Topf verbraucht beispielsweise deutlich weniger Wasser als eine große Pflanze mit vielen Blättern.

Dauerhaft nasse Erde solltest du vermeiden. Die Wurzeln brauchen neben Wasser auch ausreichend Luft.

Wurzelraum und Substrat

Mit der Pflanze wächst auch ihr Wurzelsystem.

Wird der Topf irgendwann zu klein, kann das weitere Wachstum gebremst werden. Wann ein größerer Topf sinnvoll ist und woran du das erkennst, erfährst du in unserem Artikel Umtopfen von Hanf.

Auch das Substrat hat großen Einfluss auf das Wachstum. Eine gute Erde sollte Wasser speichern können, gleichzeitig aber locker genug bleiben, damit ausreichend Luft an die Wurzeln gelangt.

Mehr über die Unterschiede zwischen Erde, Coco und anderen Anbaumedien findest du im Guide zu Cannabis-Substraten.

Nährstoffe

Während der Wachstumsphase benötigt Cannabis ausreichend Nährstoffe für neue Blätter, Triebe und Wurzeln.

Besonders wichtig ist jetzt Stickstoff, der für das Wachstum von Blättern und grünen Pflanzenteilen benötigt wird.

Wann du zusätzlich düngen musst, hängt stark vom verwendeten Substrat ab.

Stärker vorgedüngte Erde kann deine Pflanze zunächst mehrere Wochen versorgen. In schwach vorgedüngter Erde muss dagegen meist früher nachgedüngt werden.

Coco und andere Substrate, die selbst kaum Nährstoffe enthalten, benötigen von Anfang an eine entsprechend abgestimmte Nährstoffversorgung.

Deshalb solltest du beim Düngen immer berücksichtigen, in welchem Substrat deine Pflanze wächst.

Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung

Auch das Klima im Growbereich beeinflusst das Wachstum.

Mit zunehmender Pflanzenentwicklung sollte die Luftfeuchtigkeit etwas niedriger sein als während der Sämlingsphase. Gleichzeitig wird eine gute Luftbewegung wichtiger, weil die Pflanze immer mehr Blätter und Seitentriebe bildet.

Ein kleiner Ventilator kann dafür sorgen, dass sich die Luft gleichmäßig bewegt und sich zwischen den Blättern keine dauerhaft feuchten Bereiche bilden.

Der Luftstrom sollte die Pflanze dabei leicht bewegen, aber nicht dauerhaft stark auf einzelne Blätter gerichtet sein.

Woran erkennst du gesundes Wachstum?

Deine Pflanze zeigt dir meistens recht deutlich, ob sie sich gut entwickelt.

Typische Zeichen für gesundes Wachstum sind:

  • regelmäßig neue Blätter und Seitentriebe,
  • ein zunehmend kräftiger Stamm,
  • eine weitgehend gleichmäßige Blattfarbe,
  • stabile Blätter,
  • zunehmende Verzweigung,
  • und kontinuierliches Wachstum.

Ein einzelnes verfärbtes oder beschädigtes Blatt ist dabei noch kein Grund zur Sorge.

Wenn sich dagegen immer mehr Blätter verändern oder das Wachstum deutlich langsamer wird, solltest du genauer hinsehen.

Bei Verfärbungen, Schädlingen oder anderen Problemen hilft dir unser Artikel zur Pflege von Cannabispflanzen bei der Ursachenfindung.

Auch falsches Gießen, zu viel oder zu wenig Licht, Hitze oder eine ungeeignete Nährstoffversorgung können das Wachstum bremsen. Mehr dazu findest du im Artikel Stress beim Hanfanbau vermeiden.

Die Wuchsform gezielt beeinflussen

Während der Wachstumsphase kannst du auch beeinflussen, wie sich deine Pflanze später entwickelt.

Durch Runterbinden (LST), Topping oder Beschneiden kannst du beispielsweise das Höhenwachstum begrenzen, Seitentriebe fördern oder dafür sorgen, dass sich die Pflanze breiter entwickelt.

Gerade Indoor kann das hilfreich sein, weil der verfügbare Platz begrenzt ist und möglichst viele Triebe gleichmäßig Licht bekommen sollen.

Wann geht es in die Blüte?

Bei photoperiodischen Pflanzen entscheidest du Indoor selbst, wann du die Blüte einleitest.

Du kannst die Pflanze zunächst so lange wachsen lassen, bis sie die gewünschte Größe erreicht hat. Plane dabei ein, dass sie nach der Umstellung auf die Blüte meist noch deutlich weiterwächst.

Für die Blüte wird der Lichtzyklus üblicherweise von 18/6 auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) umgestellt.

Danach wächst die Pflanze zunächst noch weiter, beginnt aber gleichzeitig immer stärker mit der Bildung ihrer Blüten.

Was sich jetzt bei Licht, Nährstoffen und Pflege verändert, erfährst du im Guide zur Cannabis-Blütephase.

Quellen