Hanfpflanze umtopfen: Zeitpunkt, Topfgröße & Anleitung

Junge Cannabispflanze beim vorsichtigen Umtopfen in einen größeren Topf

Eine Hanfpflanze sollte umgetopft werden, sobald ihr bisheriger Topf gut durchwurzelt ist – möglichst bevor die Wurzeln darin dicht kreisen und das Wachstum ausbremsen. Entscheidend ist dabei weniger das Alter der Pflanze als die Entwicklung ihres Wurzelballens.

Mit dem richtigen Zeitpunkt, einem passenden Topf und etwas Fingerspitzengefühl lässt sich die Pflanze umsetzen, ohne die empfindlichen jungen Wurzeln unnötig zu beschädigen.

Wann solltest du deine Hanfpflanze umtopfen?

Ein gutes Zeichen ist ein Wurzelballen, der bereits zusammenhält, aber noch nicht vollständig von einem dichten Wurzelgeflecht umschlossen ist.

Weitere Hinweise können sein:

  • Erste helle Wurzeln werden an den Drainagelöchern sichtbar.
  • Die Erde trocknet deutlich schneller aus als zuvor.
  • Die Pflanze ist im Verhältnis zum Topf bereits recht groß.
  • Das Wachstum verlangsamt sich, obwohl Licht, Wasser und Nährstoffversorgung stimmen.

Die Zahl der Blätter oder eine bestimmte Anzahl von Tagen kann als grobe Orientierung dienen, ist aber weniger zuverlässig als der Zustand der Wurzeln.

Warte andererseits nicht, bis der Topf vollständig durchwurzelt ist und zahlreiche Wurzeln an der Topfwand entlangwachsen. Dann wird das Herauslösen schwieriger und die Pflanze kann zunehmend in ihrem Wachstum eingeschränkt werden.

Welcher Topf ist der richtige?

Wie groß der nächste Topf sein sollte, hängt vor allem davon ab, wie groß die Pflanze werden soll und wie lange sie darin weiterwächst.

Bei einer überschaubaren Endtopfgröße kannst du eine junge Hanfpflanze direkt in ihren endgültigen Topf setzen. Bei sehr großen Endtöpfen kann dagegen ein Zwischentopf sinnvoll sein. So lässt sich die Wassermenge leichter an die noch kleine Pflanze und ihr zunächst begrenztes Wurzelsystem anpassen.

Für kompakte Pflanzen reichen entsprechend kleinere Gefäße, während große Indoor- oder Outdoor-Pflanzen deutlich mehr Wurzelraum benötigen. Wichtiger als eine bestimmte Literzahl ist, dass Topfgröße, gewünschte Pflanzengröße und Bewässerung zusammenpassen.

Kunststofftöpfe sind günstig und unkompliziert. Stofftöpfe oder Air-Pots sorgen durch ihre durchlässigen Seiten zusätzlich für Luftaustausch und können das Wurzelwachstum positiv beeinflussen. Unabhängig vom Material braucht der Topf ausreichend Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Was brauchst du zum Umtopfen?

Neben dem neuen Topf brauchst du vor allem ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat, das für die weitere Wachstumsphase geeignet ist. Bei vorgedüngter Erde ist unmittelbar nach dem Umtopfen normalerweise keine zusätzliche Düngung erforderlich.

Eine zusätzliche Drainageschicht aus Kies oder Blähton am Topfboden brauchst du nicht. Sie verbessert die Entwässerung des Topfes nicht zuverlässig. Entscheidend sind ein durchlässiges Substrat und ausreichend große Abzugslöcher.

Optional kannst du beim Umtopfen Mykorrhizapilze verwenden. Cannabis kann mit diesen Bodenpilzen eine Symbiose eingehen, über die sich die erschlossene Wurzeloberfläche erweitert. Wenn du ein entsprechendes Präparat verwendest, bringst du es nach Herstellerangabe möglichst dort ein, wo es direkten Kontakt zum Wurzelbereich bekommt.

Außerdem hilfreich: eine kleine Schaufel, saubere Hände oder Handschuhe und Wasser zum anschließenden Angießen.

Hanfpflanze umtopfen: Schritt für Schritt

  1. Neuen Topf vorbereiten: Fülle den neuen Topf mit Substrat und lasse in der Mitte ausreichend Platz für den bisherigen Wurzelballen. Drücke die Erde nur leicht an, damit sie locker und durchlüftet bleibt.
  2. Pflanzloch vorbereiten: Die Vertiefung sollte ungefähr der Größe des bisherigen Topfes entsprechen. Verwendest du Mykorrhiza, kannst du das Präparat entsprechend der Herstellerangabe im unmittelbaren Wurzelbereich einsetzen.
  3. Wurzelballen lösen: Das Substrat sollte leicht feucht sein und gut zusammenhalten, aber nicht vollständig durchnässt sein. Kippe den bisherigen Topf vorsichtig und löse den Ballen durch leichtes Drücken oder Klopfen aus dem Gefäß. Ziehe die Pflanze nicht am Stängel heraus.
  4. Pflanze einsetzen: Setze den Wurzelballen mittig in das vorbereitete Loch. Die bisherige Erdoberfläche sollte ungefähr auf Höhe der neuen Erdoberfläche liegen.
  5. Mit Erde auffüllen: Fülle die Zwischenräume rund um den Wurzelballen mit Substrat und drücke es nur leicht an. Am oberen Topfrand bleiben einige Zentimeter als Gießrand frei.
  6. Vorsichtig angießen: Gieße den Bereich um den eingesetzten Wurzelballen langsam an. Dadurch schließen sich größere Hohlräume und die alte und neue Erde bekommen guten Kontakt.

Der Wurzelballen sollte dabei möglichst intakt bleiben. Nur wenn eine Pflanze bereits stark durchwurzelt ist und die Wurzeln dicht im Kreis wachsen, kann ein vorsichtiges Lockern der äußeren Wurzeln sinnvoll sein.

Nach dem Umtopfen

Eine frisch umgetopfte Hanfpflanze kann ihre Blätter vorübergehend etwas hängen lassen. Bei einem weitgehend unbeschädigten Wurzelballen sollte sie sich jedoch schnell wieder stabilisieren.

Vermeide unmittelbar danach unnötige zusätzliche Belastungen. Erhöhe beispielsweise nicht gleichzeitig deutlich die Lichtintensität und beginne nicht direkt mit weiteren Eingriffen an der Pflanze.

Besonders wichtig ist jetzt die Bewässerung: Im größeren Topf steht deutlich mehr feuchte Erde zur Verfügung, während die Wurzeln zunächst noch auf den Bereich des bisherigen Wurzelballens beschränkt sind. Gieße deshalb nicht automatisch entsprechend der neuen Topfgröße, sondern weiterhin nach dem tatsächlichen Bedarf der Pflanze.

Verwendest du vorgedüngte Erde, ist unmittelbar nach dem Umtopfen meist kein zusätzlicher Dünger notwendig. Sobald die Wurzeln den neuen Raum erschließen und die Pflanze sichtbar weiterwächst, beginnt der nächste Abschnitt: die Wachstumsphase deiner Hanfpflanze.

Wenn du noch unsicher bei der Pflege junger Pflanzen bist, findest du die Grundlagen zur Bewässerung, Beleuchtung und Entwicklung im Artikel Cannabis-Sämlinge richtig aufziehen.

Quellen