Terpene: Die unterschätzen Cannabis-Aromen und ihre Wirkung

Cannabisblüten mit sichtbaren Terpenen und Trichomen

Es gibt etwas im puren Duft von Cannabis, das Körper und Geist beruhigt. Ob es das zitronige Mangoaroma ist, das aus frischem Delahaze in deine Nase strömt oder jener skunkige Geruch von einer geknackten Blüte Super Skunk der den genzen Raum durchströmt, wir alle wissen, es geht etwas vor sich, im inneren dieser komplexen und aromatischen Marihuanablüten!

Welche natürliche Funktion haben Terpene?

Wie bei anderen stark riechenden Pflanzen und Blumen dienen Cannabis-Terpene speziell adaptiven Zwecken um Schädlinge, Parasiten und Pilze abzuwehren und Bestäuber anzulocken (in der Tat gibt es sogar Cannabis-Honig). Die Faktoren, die die Entwicklung von Terpenen beeinflussen sind vielseitig: Klima, Wetter, Alter und Reifung, Dünger, Bodenart und sogar die Tageszeit.

Wo sind Cannabis-Terpene enthalten?

In den gleichen Drüsen, in denen die Hanfpflanze in ihren weiblichen Blüten ihre Cannabinoide wie THC und CBD produziert, werden auch Terpene gebildet. Diese stechend scharfen Öle geben den verschiedenen Cannabis-Sorten ihre markanten Aromen, die oft an Zitrus, Beeren, Minze und Kiefer erinnern. Bei gut getrockneten und richtig gelagerten Cannabisblüten bleiben diese Aromaessenzen sehr lange erhalten.

Wie riechen Cannabis-Terpene?

Mittlerweisel wurden über 100 verschiedene Terpene in der Cannabis-Pflanze nachgewiesen, die alle unterschiedlich riechen und immer in Kombination aus mehreren Terpenen ganz eigene Aromen bilden. Die Zusammensetzung ist dabei von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Prinzipiell neigt jede Sorte zu einer eigenen Terpenart.

Mit anderen Worten, eine Cheese-Sorte und ihre Nachkommen werden wahrscheinlich einen erkennbaren Käsegeruch haben, und Blueberry-Nachkommen den Geruch von Beeren erben.

Die vielfältige Palette von Cannabis-Aromen ist beeindruckend genug, aber wohl die faszinierendste Eigenschaft von Terpenen ist ihre Fähigkeit, synergistisch mit Cannabinoiden und anderen Verbindungen der Hanfpflanze zu interagieren.

Warum wurden die Terpene aus der Hanfpflanze seither unterschätzt?

Im Zuge des neurdings steigenden öffentlichen Interesses an Cannabis als Medizin, hat sich die medizinische Cannabisforschung besonders auf die Cannabinoide fokusiert. Daher wurde seiher auch nur wenig über Terpene geforscht. Allerdings wird auch hier medizinisches Potential vermutet, sodass Terpene die nächste Stufe in der medizinischen Cannabisforschung sein könnten.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden die meisten Cannabis-Sorten gezüchtet, um hohe THC-Werte zu garantieren. Infolgedessen sind andere Cannabinoide wie CBD, CBC und CBN stark vernachlässigt worden. Trotz der ausgeprägten THC-Dominaz monderner Sorten, wirken verschiedene Sorten oft sehr unterschiedlich. Dies hat dann letztlich dazu geführt, dass erfahrende Züchter mittlerweile davon ausgehen, dass Terpene für die jeweils einzigartigen Effekte der unterschiedlichen Cannabis-Sorten mitverantwortlich sind.

Wie wirken Cannabis-Terpene beim Menschen?

Terpene wirkden zusammen in Kombination mit anderen Cannabiswirkstoffen, insbesondere den Cannabinoiden, allen voran THC.

Basis dieser Synergien ist das Endocannabinoid-System in unserem Körper. THC dockt sich an Rezeptoren an, die am stärksten im Gehirn konzentriert sind, genau dort, wo psychoaktive Effekte stattfinden. Terpene klinken sich an diese Rezeptorstellen mit ein und beeinflussen so deren Output. Terpene können zudem beeinflussen, wie viel THC durch die Blut-Hirn-Schranke gelangt.

Die Effekte, die diese Mechanismen erzeugen, variieren von Terpen zu Terpen. Einige sind besonders erfolgreich bei der Linderung von Stress, während andere Konzentration und Geist schärfen. „Myrcen“, zum Beispiel, macht schläfrig, während „Limonen“ die Stimmung aufhellt. Es gibt aber auch Effekte, die unbemerkt bleiben, wie die magenschützenden Eigenschaften von „Caryophyllene“.

Welche Cannabis-Terpene gibt es?

Ebenso wie Cannabinoide gibt es auch eine ganze Reihe von Terpernen, die großteils jedoch noch nicht erforscht wurden.

Nachfolgend erhältst du eine Liste der momentan bekanntesten Terpene, ihrem typischen Aroma, der nachgesagten Wirkung, dem potentiellen medizinischen Nutzen und entsprechender Cannabis-Sorten bei denen die jeweiligen Terpene gehäuft vorkommen:

Pinene

  • Aroma: süß, kiefer
  • Wirkung: energisch, konzentriert, wirkt einigen THC-Effekten entgegen
  • Medizinischer Nutzen: gegen Asthma, antiseptisch
  • Cannabis-Sorten mit Pinene: Jack Herer, Bubba Kush, Trainwreck

Myrcene

  • Aroma: moschusartig, erdig, Zitrusfrucht, tropisch
  • Wirkung: sedierend, „Couchklebrig“, entspannend
  • Medizinischer Nutzen: antioxidans, antikarzinogen; gegen Muskelverspannungen, Schlaflosigkeit, Schmerzen, Entzündungen, Depressionen
  • Cannabis-Sorten mit Myrcene: Skunk # 1, White Widow, Pure Kush

Limonene

  • Aroma: Zitrusfrucht, Zitrone, Limone, Orange
  • Wirkung: euphorisch, entspannend
  • Medizinischer Nutzen: antimykotische, antibakteriell, antikarzinogen; löst Gallensteine, Stimmungsaufheller, hilft bei Magen-Darm-Problemen, Sodbrennen & Depressionen
  • Cannabis-Sorten mit Limonene: Skunk Kush, OG Kush, Super Lemon Haze

Caryophyllene

  • Aroma: Pfeffer, würzig/kräutrig, holzig
  • Wirkung: Keine spürbaren Effekte
  • Medizinischer Nutzen: magenschützend, entzündungshemmend; Gut für Arthritis, Geschwüre, Autoimmunerkrankungen und gastrointestinale Beschwerden
  • Cannabis-Sorten mit Caryophyllene: Hash Plant, California Hash Plant, Big Tooth

Linalool

  • Aroma: blumig, Zitrusfrucht, süß
  • Wirkung: angstlösend, sedierend
  • Medizinische Nutzen: wirkt gegen Ängstlichkeit, Krämpfe, Depression, Akne
  • Cannabis-Sorten mit Linalool: Amnesia White, Lavender, Purple Trainwreck

Welches Potential haben Cannabis-Terpene?

Ihre Unterschiede können leicht übersehen werden, aber Terpene können Growern und Genießern eine ganz neue Welt eröffnen. Am wichtigsten dabei bleibt jedoch, dassTerpene einen unglaublichen medizinischen Wert bieten, da sie unsere körpereigene Interaktion mit therapeutischen Cannabinoiden modelieren können.

Viele Cannabis-Analyselabors, insbesondere in den USA, testen nun den Terpengehalt von Cannabis, so dass jeder Konsument eine bessere Vorstellung davon haben kann, welche Auswirkungen die Terpene seiner Lieblingsgrassorte hervorrufen könnten.

Mit ihren unbegrenzten Kombinationen und synergistischen Effekte öffnen Terpene wahrscheinlich auch neue wissenschaftliche und medizinische Terrains für die Cannabisforschung.