Anatomie der Hanfpflanze: Aussehen, Aufbau und Blütenstruktur

Anatomie der Cannabis-Pflanze mit Blättern und Blüten

Cannabis ist in vielen Ländern verboten. Informiere dich vorab was in deinem Fall erlaubt ist und halte dich immer an die Gesetze. Die hier gegebenen Tipps richten sich ausschließlich an Personen, die Cannabis legal erwerben, besitzen oder kultivieren dürfen oder sich lediglich informieren wollen!

Wegen restriktiver Gesetze hast du vielleicht  nie den Anblick einer wirklichen lebenden Cannabispflanze genießen dürfen, dafür aber bestimmt schonmal eine Cannabisblüte mit ihrer auffallend komplexen Struktur von den feurigen Härchen bis hin zu den winzigen Blättern. Hier erfährst du Stück für Stück, den Aufbau und die Eigenschaften der einzelnen Pflanzenteile, so dass du genau wissen wirst, was du da eigentlich komsumierst und warum.

Männliche und weibliche Hanfpflanzen – der Unterschied

Cannabispflanzen können männlich, weiblich oder (seltener) beides (hermaphroditisch) sein. Was du dir in deinen Joint oder Vaporizer reinbröselst, sind aber immer die reifen, getrockneten Blüten eines Weibchens.

Weibliche Hanfpflanzen produzieren in der Blütephase kleine bis große harzbedeckte Blüten. Das klebrige und wirkstoffreiche Harz soll es den männlich Pollen ermöglichen anzudocken und die weibliche Blüte zu befruchten. Um möglichst große und wirkstoffreiche Blüten zu ernten dürfen diese jedoch nicht befruchtet werden da diese zur Samenbildung und einem Wachstumsstopp der Blüte führen würde. Am Ende des Reifungsprozesses werden die Blüten geerntet und zu spitzen Buds zugeschnitten und getrocknet.

Männliche Hanfpflanzen bilden als Blüte kugelartige Pollensäcke, die sich in der Nähe der Blattstile befinden. In diesen reifen dann die (gefürchteten) Blütenpollen heran. Sobald diese reif sind öffnen sich die Pollensäck und die Pollen werden über die Luft verteilt um die weiblichen Artgenossinnen zu bestäuben um die Samenbildung bei den bestäubten weiblichen Blüten zu initiieren. Männliche Pflanzen werden sobald deren Geschlecht bestimmbar ist aussortiert es sei denn es sollen bewusst Samen produziert werden.

Hanfblüten, die für den medizinischen oder den Genusskonsum von Cannabis eingesetzt weden, kommen von den samenlosen weiblichen Pflanzen, auch „Sinsemilla“ gennant (übersetzt „ohne Samen“). Für große Cannabinoidreiche Knospen ist Grundvoraussetzung, dass diese ohne Samen wachsen. Unbefruchtet wachsen die Blüten der weiblichen Cannabipflanzen nämlich noch wochen weiter und bilden dabei unermüdlich hochpotentes Harz (in der Hoffnung doch noch befruchtet zu werden).

Die seltenen hermaphroditischen Pflanzen (auch „Zwitter“ genannt) beinhalten sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgan. Diese ermöglichen es der Pflanze sich während der Blüte selbst zu bestäuben. Zwitterpflanzen geben ihre hermaphroditischen Gene an ihre Nachkommen weiter. Samen von Zwitterpflanzen oder von diesen bestäubte Sinsemilla-Pflanzen sind daher auch für die Vermehrung unbrauchbar. Hermaphroditischen Pflanzen entstehen aber nur bei schlechter Genetik und ungünstigen Umweltbedingungen.

Zur Sicherstellung das keine hermaphroditischen Pflanzen heranwachsen sollte ausschließlich auf einwandfreies Saatgut zurückgegriffen werden. Sollen garantiert nur weiblichliche Pflanzen kultiviert werden (z. B. aus Platzmangel), dann eigenen sich hierfür feminisierte Hanfsamen (die tendenziell eher zum zwittern neigen). Weitgehend genetisch stabile, femenisierte Hanfsamen findest du nur bei wenigen renommierten Seed Banks wie z. B. Sensi Seeds, Paradise Seeds und Nirvana Seeds.

Anatomische Eigenschaften der weiblichen Hanfpflanze

Die Struktur einer Hanfpflanze, ähnelt grob jeder früchtetragenden Blühpflanze. Stell dir einfach eine Tomatenpflanze vor – ganz grob sieht so auch Hanf aus. Eine Cannabispflanze wächst ausgehend vom Stamm meist Zylinderförmig und wird dabei nach oben hin wieder schmäler.

Während die tropischen Sativas sind tendenziell hochwachsend und luftig verzweigt sind, sind die an Berg- bzw. Steppenklima angepassten Indicas und Ruderalis-Pflanzen wesentlich kleiner und bestehen oft nur aus einem kompakten Hauptstamm mit vielen dicht aneinandergreihten Blättern.

Eine weibliche Hanfpflanze besteht aus 4 Hauptelementen, die bei potenten Cannabis-Sorten jeweils völlig unterschiedliche THC-konzentrationen aufweisen:

  • Wurzel – ca. 0,01 % THC
  • Stängel – ca. 0,2 % THC
  • Blatt – ca. 2 % THC
  • Blüte – ca. 12 % THC

Die Werte variieren je nach Cannabis-Sorte und Anbaumethode (obige Zahlen sind nur Durchschnittswerte verschiedener Laboranlysen). In den Blüten und Blättern befinden sich jedoch immer die meisten Wirkstoffe, die daher auch nur diese Pflanzenteile für den Konsum bzw. die Weiterverarbeigung interresant macht.

Wurzel

Die Wurzel der Hanfpflanze hat bei Genusskonsumenten keinen besonderen Stellenwert, da diese praktisch keine psychoaktiven Wirkstoffe enthält. Als Heilmittel ist die Cannabiswurzel dennoch nicht uninteressant.

Für eine vitale Pflanze ist eine gesunde Wurzel jedoch fundamental da hierüber ein Großteil der Nährstoffe aufgenommen wird. Die Wurzeln können sehr tief und weitreichend verzweigt wachsen. In Töpfen müssen Hanfpflanzen daher auch oft umgetopft werden, das sich die Wurzel sicht dort praktisch selbst ihren Platz wegnimmt. Nach der Ernte wird die Wurzel für gewöhnlich entsorgt, es sei denn diese soll als natürliches Heilmittel verwendet werden.

Stängel

Ausgewachsene Cannabis-Pflanzen haben einen stabilen Hauptstamm und meist mehre Nebenäste mit weitere Seitenästen. Die Blätter sind mit ihren Stilen über sogenannte „Nodien“ (auch „Knotenpunkte“ gennannt) mit dem Stamm oder den Ästen der Hanfpflanze verbunden und können darüber sowohl Nährstoffe aus dem Boden über die Pflanze aufnhemen als auch Nährstoffe aus der Luft und der Photosynthese an die Pflanze abgeben.

Vor allem Sativas sind besonders stark verästelt während Indicas oder Ruderalis deutlich weniger Äste haben. Ebenso wie die Wurzel verfügen die Stängel der Hanfplfanze kaum über psychoaktive Inhaltsstoffe, werden jedoch oft zusammen mit den Blättern zu potenter Hanfbutter verkocht.

Blatt

Die Hanfblätter wachsen an verschiedenen Knotenpunkten des Stamms, den Neben- und den Seitenästen. Verbunden sind diese mit ihren Stilen die relativ lang sein können. Besonders die fingerartigen Blätter von Sativa-Pflanzen können beeindruckende Größen erreichen und bei weitem eine meschlische Hand überragen. Idica-Blätter sind wesentlich breiter und auch in der Farbe dunkler. Ruderalis-Blätter sind recht klein und haben meist nur 3 Blattspitzen.

Große Cannabisblätter werden auch „Sonnensegel“ genannt und sind für den Energiestoffwechsel der Pflanze lebenswichtig. Je nach Einstrahlwinkel der Sonne bewegen sich die „Sonnensegel“ immerzu zur Sonne um die Pflanze optimal mit Sonnenlicht zu versorgen. Nach der Ernte werden die Blätter in der Regel zur weiteren Verwendung als Speise, Creme, Tinktur oder Konzentrat weiterverarbeitet.

Blüte

Gegen Ende der Wachstumsphase beginnen schließlich die Blütenbuds zu wachsen die kurz vor Abschluss des Lebenzyklus der Hanfpflanze geerntet werden. Sind zu Beginn der Blütephase nur kleine Blütenhärchen (auch „Blütenstempel“ genannt) zwischen Nodien und Stängeln zu sehen, zeigen sich bereits nach wenige Wochen erste kleine Blütenbuds. Diese bestehen aus extrem kleinen Blättern (den Blütenkelchen), die die Blütenstempel umschließen und werden zunehend von Harzkristallen (den Trichomen) bedeckt.

Bis zur vollständigen Reifung der Blüten können 5 bis 15 Wochen vergehen. Ob eine Blüte reif ist zeigt sich am besten anhand der Blütenhärchen, diese sind dann zu etwa 50% weiß und zu 50% braun, rot oder orange. Erst wenn die Blüten vollständige beschnitten und getrocknet wurden, werden diese zu angenehm konsumierbaren Marihuana. Wie reife Cannabisblüten genau aufgebaut sind erfährst du im nächsten Abschnitt.

Aufbau und Struktur der weiblichen Cannabisblüte

Eine Cannabisblüte hat mehrere Bestandteile, zum einen besteht diese aus einer vielzahl von kleinen, harzbedeckten Bättern (auch „Zuckerblätter“ genannt). Diese umhüllen die Blütenkelche, die über ihre Drüsen unermüdlich die wirkstoffreichen Harzkristalle, die Trichome produzieren. Innerhalb der Blütenkelch finden sich dann noch die Blütenstempel, die harzbedeckten Blütenhärchen. Eine Ansammlugn von mehreren Blüten, typischerweise am Stammende wird als Hauptblüte bezeichnet

Hauptblüte

Jede Cannabispflanze hat mindestens eine Hauptblüte, auch bekannt als die Endknospe. Diese findet sich immer am Ende des Hauptamms oder der Nebenäste. Die Hauptblüte bildet sich aus viele unmittelbar aufeinanderfolgende weiblichen Blüten die so zu einer Einheit verschmezeln.

Die Endknospe bildet sich nur an den Spitzen der Pflanze, während einzelne kleinere Blüten vor allem weiter innen und unten auftreten. Die Anzahl und Größe der Hauptblüten hängt von der Hanfpflanze ab. Generell sind dei Anwendung bestimmter Grow-Techniken wie Beschneiden, Runterbinden und der Verwendung von Netzen mehre Endblüten möglich.

Blütenkelche

Für das unwissende Auge sehen Cannabisblüten wie eine wirre Ansammlung von kleinen harzbedeckten Blättern aus, dennoch sind es die Blütenkelche das Kernstück der Blüte ausmachen. Schaut man genauer unter diese winzigen Zuckerblätter, so wird man vor Harz triefende Knötchen finden, die Blütenkelche.

Diese kommen in vielen verschiedenen Formen, Größen und Farben vor und erhalten hohe Konzentrationen an Drüsen, welche die THC-reichen Trichomen und andere Cannabinoide absondern. Sobald sich nach erfolgreicher Befruchtung Samen gebiltdet haben, stellen die Blütenkelche die Harzproduktion ein und dienen den Samen als Reifekapsel.

Blütenstempel

Aus den Blütenkelchen sprießen kleine Härchen hervor, die dir mit ihrer rot-orangen Farbe sicher schonmal aufgefallen sind. Diese lebendige Härchen heißen Blütenstempel und dienen dazu, Pollen der männlichen Hanfpflanze zu sammeln. Die Blütenstempel sind am Anfang noch weiß und werden im Verlauf der Blütephase gelb, orange, rot und braun.

Die Stempel spielen eine wichtige Rolle bei der Reproduktion, bringen aber hinsichtlich Potenz und Geschmack sehr wenig. Dennoch sind sie ein wichtiger Inidikator wann eine Hanfpflanze erntereif ist, nämlich dann wenn ca 50% der Härchen sich bereits bräunlich verfärbt haben, genau dann ist das Wirkstoffprofil der Hanfpflanze am am ausgeglichensten.

Trichome

Trotz ihrer geringen Größe ist es schwer, die Oberfläche aus Kristallharz auf einer Cannabisknospe zu übersehen. Diese zu geringeren Anteilen auch in anderen Pflanzenteilen befindlichen Harzkristalle weden als Trichome bezeichnet. Das trichomreiche Harz wird durch kleine Drüsen an den Blättern, Stielen und vor allem der geschlechtsreifen Kelchen abgesondert.

Trichome schützen die Hanfpflanze primär vor Austrockungen, Sonnenlicht, Pilze, Bakterien, Viren, Schädlingen und anderen Fressfeinden. Die Trichome strotzen dabei nur so von aromatischen Ölen, auch „Terpene“ genannt sowie therapeutisch wertvollen und psychoaktiven Cannabinoiden wie CBD und THC. Eine erfolgreiche Hashproduktion ist übrigens nur durch genau diese Trichome, mit ihren starken, zuckerartigen Harzen möglich.