Was sind Cannabinoide und welche Rolle spielen THC und CBD?
Cannabis ist in vielen Ländern verboten. Dieser Artikel richtet sich daher ausschließlich an Personen, die Cannabis legal kaufen, besitzen, konsumieren oder anbauen dürfen, oder sich lediglich informieren wollen, und soll dich nicht zu illegalen Handlungen verleiten. Halte dich immer an die Gesetze!
Unterschiedliche Cannabis-Sorten bringen eine bunte Vielfalt an psychaktiven und medizinischen Effekten mit sich. Davon sind nich nur Millionen Freizeitkonsumenten begeistert, sondern auch viele tausend Patienten mit völlig unterschiedlichen Krankheitsbildern. Doch auf die Frage hin, warum der Marihuanakonsum überhaupt als so positiv empfunden wird, hat nicht jeder eine schlüssige Antwort zur Hand.
Dieser kurze Einblick in die Cannabis-Chemie soll die aufzeigen, wie Cannabinoide dein Gehirn und deinen Körper beeinflussen. Du wirst dadurch nicht nur selbst besser verstehen was in dir vorgeht wenn du Cannabis konsumiertst, sondern du wirst auch in der Lage sein, anderen zu erklären warum Cannabis auch ein besonders wirksames Heilmittel ist.
- 1. Was sind überhaupt Cannabinoide?
- 2. Was ist THC und welche Rolle spielt dieses Cannabinoid?
- 3. Was ist CBD und welche Rolle spiel dieses Cannabinoid?
- 4. Welche Cannabinoide gibt es sonst noch und welche Rolle spielen diese?
Was sind überhaupt Cannabinoide?
Ein Wort, dessen Bedeutung jeder Marihuana-Konsument kennen sollte, ist „Cannabinoid“. Ein Cannabinoid besteht aus chemischen Verbindungen, die durch Cannabisblüten sekretiert werden und für eine ganze Reihe von Effekten in unserem Organismus auslösen können. Zu den bekanntesten Cannabinoiden zählen THC (Tetrahydrocannibinol) und CBD (Cannabidiol).
Cannaboinoide entfalten ihre Magie durch die Nachahmung von Verbindungen die unser Körper von Natur aus selbst produzieren, die sogenannt „Endocannabinoide“. Aufgabe des körpereigenen Endocannabinoid-Systems ist es, das innere Gleichgewicht des Körpers, die „Homöostase“. Dieses Gleichgewicht ist nötig um einen optimale Gesundheitszustand zu gewährleisten.
Wenn Cannabis konsumiert wird, koppeln sich Cannabinoide an Rezeptorstellen in unserem Gehirn (CB1-Rezeptoren) und Körper (CB2-Rezeptoren) an. Unterschiedliche Cannabinoide haben unterschiedliche Effekte, je nachdem, mit welche Rezeptoren sie sich verbinden können. Beispielsweise koppelt sich THC an Rezeptoren im Gehirn an, während CBN (Cannabinol) sich an die im ganzen Körper befindenden CB-2-Rezeptoren andockt.
Hinzu kommt: Jede Hanfpflanze hat von Natur aus ihr eigenes Cannabinoid-Profil, das je nach Sorte und Umweltbedingungen stark schwanken kann. Tendenziell bevorzugen freizeitorientierte Konsumenten eher THC-reiche Sorten, während medizinische Konsumenten CBD-reiche Sorten bevorzugen. Warum das so ist erfährst du jetzt.
Was ist THC und welche Rolle spielt dieses Cannabinoid?
THC (Tetrahydrocannabinol) ist das beliebteste und bekannteste Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Der Grund dafür ist die starke, psychoaktive Wirkung mit ihren euphorischen und entspannenden Effekten. Gleichzeitig hilft THC bei Schmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und Stress, ein Segen bei vielen Krankheiten und Beschwerden. Allerdings kann THC zusätzlich Angst und Paranoia verursachen, auch wenn sich negative Erfahrungen mit Cannabis vermeiden lassen.
THC imitiert teilweise einen natürlich produzierten Neurotransmitter auch bekannt als Anandamid. Anandamid ist ebenso wie THC in der Lage CB1-Rezeptoren zu aktivieren.
Wahrscheinlich ist dieses auch für den Belohnungseffekt nach dem Sport verantwortlich, dem sogenannten „Runner’s High“. Ähnlich wie THC steigert Anandamid den Appetit, den Genuss beim Essen, wirkt schmerzlindernd und erzeugt Glückssgefühle.
Cannabis-Sorten mit sehr hohem THC-Gehalt sind:
- Tangerine Dream (eine weitere Seedbank) – 25 % THC
- Royal Cookies (Royal Queen Seeds) – 23 % THC
- Jack Herer (Sensi Seeds) – 22 % THC (selbe Sorte wie Bedrocan)
- Lemon Haze (Royal Queen Seeds) – 21 % THC
Unzweifelhaft sind die von THC ausgehenden Wirkungen wie Euphorie und Wohlbefinden für die meisten Genusskonsumenten das entscheidene Kriterium für die Wahl einer THC-reichen Cannabis-Sorte. In der Vergangenheit war daher die selektiven Zucht von hochpotenten THC-Sorten und die Vernachlässigung anderer Cannabinoide die Folge. Denn letztlich waren die anderen Cannabinoide aufgrund des Cannabis-Verbots kaum bekannt.
Dies hat sich geändert. Im Zuge der Legalisierungswelle gewinnen zwischenzeitlich auch weitere Cannabinoide an Aufmerksamkeit, allen voran das CBD.
Was ist CBD und welche Rolle spielt dieses Cannabinoid?
CBD (Cannabidiol) ist nach THC wahrscheinlich das wichtigste Cannabinoid der Hanfpflanze. Erst kürzlich hat die Forschung gezeigt, dass CBD schmerzstillende, entzündungshemmende und angstlösende Eigenschaften hat, ohne dabei psychoaktive Effekte wie THC auszulösen.
CBD ist auch ein natürlichr Gegenspieler von THC. Während THC direkt die CB1-Rezeptoren stimuliert und damit den großteil der psychoaktiven Effekte des Cannabiskonsums auslöst, reduziert CBD die Fähigkeit des THC, CB1-Rezeptoren zu stimulieren. Dies kann einige der THC-Effekte, insbesondere negative Effekte wie Angst und kurzfristige Gedächtnisstörungen verringern.
CBD-reiche Marihuanasorten lösen in Verbindung mit THC daher einen viel milderen Rausch aus als Sorten mit geringem CBD-Anteil. Dies hat den Vorteil, dass der Kopf viel klarer bleibt. Auch halten die berauschenden Effekte von Cannabis dann weniger lange an.
Cannabis-Sorten mit hohem CBD-Gehalt sind deswegen besonders bei Anfängern beliebt oder auch bei Genusskonsumenten mit der Einstellung „Weniger ist mehr“. Während Cannabis-Sorten mit mehr als 20 % THC als „THC-reich“ bezeichnet werden, gelten Cannabis-Sorten bereit ab einen CBD-Werte von über 4 % als „CBD-reich“.
Cannabis-Sorten mit sehr hohem CBD-Gehalt sind:
- Industrial Plant Autoflowering CBD (Dinafem Seeds) – 13 % CBD
- Supreme CBD Kush (Nirvana Seeds) – 9,5 % CBD
- Durga Mata II CBD (Paradise Seeds) – 8,5 % CBD
- King’s Kush Auto CBD (Greenhouse Seed Co.) – 5 – 8 % CBD
Mit anderen Worten, wenn du THC- und CBD-haltiges Cannabis konsumierst, stimuliert das THC direkt die CB1-Rezeptoren, während das CBD mit seinem modulierenden Einfluss direkt auf die Effekte des THC einwirkt. CBD vermindert also Wirkung von THC am CB1-Rezeptor, wodurch die psychoaktiven Effekte von THC reduziert werden.
Um negative Effekte zu minimieren oder schnell wieder fit zu werden, verwenden viele Genusskonsumenten übrigens auch einfach CBD-Öl, das als rauschfreies Nahrungsergänzung völlig frei verkäuflich ist wie beispielsweise das Sensi Seeds CBD-Öl 3% (10 ml).
Unzweifelhaft sind die beiden Cannabinoide THC und CBD die häufigsten aktiven Verbindung in Marihuana, aber trotzdem nur zwei von vielen weiteren Cannabinoiden. Erfahre jetzt welche Cannabinoide es sonst noch gibt!
Welche Cannabinoide gibt es sonst noch und welche Rolle spielen diese?
Cannabis enthält mindestens 85 verschiedene Cannabinoiden, von denen viele auch einen positiven medizinischen Nutzen haben. Die individuelle Wirkung einer Cannabis-Sorte hat dabei viel mit der Zusammensetzung der verschiedenen Cannabinoide zu tun, dem Cannabinoid-Profil. Hier findest du eine kurze Übersicht von 6 weiteren wichtigsten Cannabinoiden, die in Marihuana gefunden wurden:
- CBN (Cannabinol) – Wirkt gegen Schmerzen und ist leicht psychoaktiv.
- CBG (Cannabigerol) – Wirkt entspannend und antibakteriell.
- THCv (Tetrahydrocannabivarin) – Mildert die psychoaktiven Wirkung von THC.
- CBC (Cannabichromene) – Wirkt entzündungshemmende und schmerzlindernd.
- THCa (Tetrahydrocannabinolic Acid) – Wird beim erhitzen in THC umgewandelt.
- CBDa (Cannabidiol Acid) – Wirkt gegen Übelkeit.
Folgende Infografik zeigt dir die medizinischen Einsatzfelder dieser Cannabinoide:
---English.jpg)
Das oben erwähnte Sensi Seeds CBD-Öl beinhaltet überings neben CBD auch CBC, CBG und CBN (und viele Terpene).
Da Cannabinoide besonders im gemeinsamen Verbund ihre volle Wirkung entalten ist es schwierig zu sagen welche Cannabinoide genau für welche Effekte verantwortlich sind. Auch steckt die Forschung mal abgesehen von THC und CBD hier noch in den Kinderschuhen, so dass mit Spannung erwartet werden kann welche Gehemnisse Cannabis sonst noch verbirgt.
Für dich als Freizeitkonsumenten ist es wichtig zu wissen, dass jede Cannabis-Sorte genau deswegen so individuell wirkt, da bei jeder Sorte und Pflanze immer auch ein einzigartigs Cannabinoid-Profil vorliegt. Dieses wiederum interagieren nicht selten mit weiteren Inhaltsstoffen der Hanfpflanze, insbesondere mit den Terpenen.


