Cannabis äußerlich anwenden: Topicals und Hautpflege

Cannabis-Olivenöl-Extrakt zur äußerlichen Cannabisanwendung

Cannabis lässt sich nicht nur rauchen, verdampfen oder essen, sondern auch äußerlich auf der Haut anwenden. Dafür gibt es Cremes, Salben, Balsame und Öle, sogenannte Topicals. Sie können Cannabinoide wie CBD oder THC sowie pflegende Inhaltsstoffe aus der Hanfpflanze enthalten. Entscheidend ist, welche Stoffe enthalten sind und wofür du das Produkt verwenden möchtest.

Cannabis-Topicals und ihre Wirkung

Topicals werden direkt auf die Haut aufgetragen. Die Haut besitzt ein eigenes Endocannabinoid-System, das unter anderem an der Regulation von Hautfunktionen beteiligt ist. Cannabinoide wie THC und CBD können dieses System auf unterschiedliche Weise beeinflussen.

Gewöhnliche Cannabis-Topicals sind für eine lokale Anwendung gedacht. Eine berauschende Wirkung ist bei solchen Hautpflegeprodukten normalerweise nicht zu erwarten. Spezielle transdermale Produkte können dagegen Wirkstoffe gezielt durch die Haut in den Blutkreislauf transportieren.

CBD-Topicals werden vor allem hinsichtlich möglicher entzündungshemmender, antioxidativer und hautpflegender Eigenschaften untersucht. Forschungsansätze betreffen trockene und gereizte Haut, Juckreiz, Akne und entzündliche Hauterkrankungen.

THC-reiche Topicals wirken über andere Rezeptormechanismen und werden ebenfalls auf mögliche entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften untersucht. Ob sie gegenüber CBD-Produkten tatsächlich Vorteile bieten, ist klinisch bislang nicht ausreichend untersucht.

Viele Erkenntnisse stammen aus Laboruntersuchungen oder kleineren Studien. Auch eine zuverlässige Schmerzlinderung bei Muskel- oder Gelenkbeschwerden durch handelsübliche Cannabis-Topicals ist bislang nicht belegt.

Hanfsamenöl und CBD-Kosmetik

Nicht jedes Hautpflegeprodukt aus Hanf enthält Cannabinoide. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Hanfsamenöl und CBD-Kosmetik.

Hanfsamenöl wird aus Hanfsamen gepresst und enthält normalerweise keine nennenswerten Mengen CBD oder THC. Dafür liefert es Linolsäure, Alpha-Linolensäure und die seltenere Gamma-Linolensäure (GLA). Letztere macht je nach Öl etwa 1–4 % aus.

GLA wird unter anderem im Zusammenhang mit Neurodermitis erforscht und ist auch in Nachtkerzen- und Borretschsamenöl enthalten. Hanfsamenöl bietet eine häufig günstigere, allerdings weniger GLA-reiche Alternative für die Hautpflege. Ein gesicherter therapeutischer Nutzen bei Neurodermitis lässt sich daraus nicht ableiten.

CBD-Kosmetik enthält zusätzlich Cannabidiol, beispielsweise in Cremes, Salben oder Balsamen. Wie gut ein Produkt die Haut pflegt und vertragen wird, hängt wesentlich von seiner gesamten Zusammensetzung ab.

Für die tägliche Hautpflege ist ein cannabinoidhaltiges Produkt deshalb nicht grundsätzlich besser als ein gutes Hanfsamenöl.

Cannabisöl und Hanfsalbe selbst herstellen

Eine einfache Pflegesalbe lässt sich aus Pflanzenöl und Bienenwachs herstellen. Als Grundlage eignen sich beispielsweise Hanfsamenöl, Olivenöl oder Kokosöl.

  1. Vier bis fünf Teile Pflanzenöl vorsichtig im Wasserbad erwärmen.
  2. Einen Teil Bienenwachs hinzugeben und unter Rühren schmelzen lassen.
  3. Die Mischung in ein sauberes, trockenes Gefäß füllen und abkühlen lassen.

Für eine cannabinoidhaltige Variante kann ein geeigneter Cannabis-Ölauszug als Grundlage dienen. Die enthaltenen Wirkstoffmengen sind bei selbstgemachten Auszügen ohne Laboranalyse allerdings nicht zuverlässig bestimmbar.

Kombination mit Aloe vera: Cannabisöl oder Hanfsamenöl lässt sich auch zusammen mit Aloe-vera-Gel auf die Haut auftragen. Dazu beide Produkte am besten unmittelbar vor der Anwendung in der Hand vermischen. Für eine haltbare Creme wären zusätzlich geeignete Emulgatoren und ein wirksames Konservierungssystem erforderlich.

Weitere Grundlagen findest du im Ratgeber Cannabis weiterverarbeiten.

Haltbarkeit: Verwende saubere, trockene Gefäße und vermeide den Eintrag von Wasser. Selbstgemachte Salben solltest du bei auffälligem Geruch, veränderter Farbe oder Konsistenz nicht weiterverwenden.

Cannabis-Topicals richtig anwenden

Verteile eine kleine Menge Creme, Salbe oder Öl auf der gewünschten Hautstelle und massiere sie sanft ein. Pflegeöle lassen sich besonders gut auf leicht feuchter Haut verteilen.

Neben der klassischen Hautpflege gibt es weitere Anwendungsmöglichkeiten:

  • Haar- und Kopfhautpflege: Hanfsamenöl kann trockenes Haar geschmeidiger machen und zur Pflege trockener Kopfhaut verwendet werden.
  • Bartpflege: Einige Tropfen Hanfsamenöl können Barthaare weicher machen und die darunterliegende Haut pflegen.
  • Nagelpflege: Hanfsamenöl eignet sich zum Einmassieren in trockene Nagelhaut und Nägel.
  • Intimpflege: Milde, ausdrücklich für den äußeren Intimbereich geeignete Pflegeprodukte können trockene Haut pflegen. Selbstgemachte Cannabisöle und CBD- oder THC-Salben sollten nicht auf Schleimhäuten oder im inneren Intimbereich verwendet werden.

Teste neue Produkte zunächst auf einer kleinen Hautstelle. Bei Rötungen oder Juckreiz solltest du sie nicht weiterverwenden. Vermeide außerdem den Kontakt mit Augen, offenen Wunden und Schleimhäuten.

Wie schnell ein Produkt einzieht, hängt von seiner Zusammensetzung und deinem Hauttyp ab. Ein verlässlicher Wirkungseintritt für cannabinoidhaltige Topicals lässt sich nicht allgemein angeben.

Fazit

Cannabis lässt sich äußerlich in Form von Cremes, Salben und Ölen anwenden. Hanfsamenöl liefert wertvolle Fettsäuren einschließlich Gamma-Linolensäure und eignet sich für Haut-, Haar- und Bartpflege. CBD- und THC-haltige Topicals bieten zusätzliche Forschungsansätze, ihre beworbenen Wirkungen sind jedoch noch nicht ausreichend klinisch belegt. Entscheidend sind eine geeignete Zusammensetzung, gute Verträglichkeit und realistische Erwartungen.

Quellen